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Articoli

SECURITATE

Meine Akten. Meine Spitzel


 

Die Securitate (offiziell Departamentul Securităţii Statului, dt. Abteilung für Staatssicherheit), ab 1948 der  brutale und gefürchtete rumänische Geheimdienst der kommunistischen Partei und ihres Staates. Bei seiner Auflösung im Jahr 1990 gab es etwa 40.000 offizielle und 400.000 inoffizielle Mitarbeiter. 2 Millionen unmittelbar Betroffene und etwa 200000 Todesopfer. Über die „Securitate“ gibt es bisher nur in rumänischer Sprache zusammenfassende wissenschaftliche Quellen und Bücher. Auch sehr viele Augenzeugenberichte und Memoiren. Durch die Einrichtung einer Behörde CNSAS, die die Securitate-Geheimakten zugänglich macht, wurde ein Sumpf von IMs und Spitzeln, ein ganzes fürchterliches Netz von Verratshöllen, Tendenz steigend, ausgemacht.

Dieter Schlesak, Lyriker, Essayist und Romancier, geboren in Siebenbürgen/ Rumänien, dessen Dokumentarroman über den Auschwitzapotheker Capesius weltweit bekannt geworden ist (Übersetzungen in viele Sprachen, große Verlage in: Amsterdam, New York, Barcelona, Krakau, Bukarest, Sao Paolo, Brasilien, Jerusalem, Mailand, dritte Auflage u.a.), arbeitet nun an einem Buch über die kommunistischen Lager und Verbrechen: am Beispiel der Securitate. Die roten Verbrechen wiegen noch schwerer als die der Nazis, da sie gegen das eigene Volk gerichtet sind, viele Völker dezimiert und traumatisiert wurden, die Opfer geschätzte 80 Millionen betragen.

Schlesak ist Augenzeuge, er hat die Verfolgung am eigenen Leib erlebt; er hat dies erlebt in der Ceauşescu-Zeit und in der stalinistischen Schreckenszeit mit ihren vielen Opfern.

 

ZU DIETER SCHLESAK

„Dieter Schlesak ist ein ungeheuer vielseitiger Poet und Schriftsteller, ein poeta doctus. Er schreibt, wie von Furien getrieben, das Leben, den Tod, die Liebe, die Welt im Großen und im Kleinen zu erfassen. Er ist neugierig, skeptisch, voller Zweifel und voller Enthusiasmus - dabei immer auf Entdeckungsreisen. Der einzig feste Halt sind die Wörter, ist die Sprache, die er mit virtuoser Kunstfertigkeit und mit höchster Sorgfalt, geradezu liebevoll oder libidinös in Szene setzt, sei es in der Prosa, sei es im Gedicht. Und mit einem Gedicht möchte ich auch die Vorstellung seiner Person beginnen, denn daraus erfahren Sie etwas von der verschlungenen Befindlichkeit dieses heute zu ehrenden Schriftstellers. 
Schlesaks erstes großes Oeuvre ist der Roman "Vaterlandstage und die Kunst des Verschwindens", erschienen 1986, 15 Jahre hat er daran geschrieben. Einen Gedankenroman hat ihn jemand genannt - es sind die verarbeiteten Erfahrungen des 20.Jahrhunderts mit allen ihren Verwerfungen und Abgründen. Eine Art Vermächtnis der Erinnerung über allgemeine und persönliche Geschichtserfahrung, über Vertreibung, Außenseitertum, Schuld und Verantwortung - über Menschen, die zum leeren Ort verurteilt wurden. Auch die Rückkehr ins vermeintlich Vertraute endet in der Enttäuschung. In "Vaterlandstagen" gesteht der Ich-Erzähler: "Es kam mir alles sehr weit entfernt vor, obwohl es heißt, ich sei hier zu Hause ...gewesen...ja, gewesen....eine Art Krankheit, ein Gewesener zu sein, und schien doch das Bild mit Leben zu füllen, Angehöriger einer sehr schwerblütigen Menschenart. Und hatte nie gefallen gehabt an der Gegenwart. Zukunft als Angst erlebt, wie alle meine Leute, die Vergangenheit als riesiger Raum verbrauchter Erfahrung zog mich an, als wäre ich beauftragt, diesen Berg des Verlorenen, der wächst jeden Tag, abzutragen, schwitzend, - in Zeitnot." 
Ein Roman, so glaube ich, der zu früh erschienen ist und deshalb nicht die Anerkennung erhalten hat, die ihm gebührt, vielleicht nur fünf Jahre später, und er hätte höchste Aufmerksamkeit hervorgerufen, als nämlich die Sensibilität für die Ost/West-Schieflagen durch den Fall der Mauer, durch die Aufhebung der Teilung Europas, geschärft war. 
Der zweite Roman "Der Verweser" erschien im Jahr 2002, ist angelegt als Fiktion in der Fiktion. Aus der Ich-Perspektiv eines in der Toscana lebenden Schriftstellers wird eine Liebes- und Mord-Geschichte in Lucca im 16.Jahrhundert erzählt. Zurück ins Jahr 1969 führt der Liebesroman "Romans Netz", erschienen 2004. 
2006 erschien sein bewegender Dokumentarroman "Capesius, der Auschwitzapotheker" - Schlesak hat Jahre daran gearbeitet und recherchiert - der Roman wurde hier im Literaturhaus Stuttgart im Januar vorgestellt. Aufgearbeitet wird darin die Geschichte eines Apothekers, der aus Schäßburg, der Heimatstadt von Dieter Schlesak stammt, und sein Unwesen in Auschwitz trieb - es ist die Verbrecherkarriere eines ganz normalen Spießers - noch viel mehr aber ist es die Leidensgeschichte von Menschen, die ihm ausgeliefert waren. Es geht aber auch um die Vorgeschichte in Rumänien und die unrühmliche Nachgeschichte dieser Person in der wieder erstandenen Bundesrepublik Deutschland. Jetzt im Herbst erschien sein jüngster Roman "VLAD, die Dracula-Korrektur", - ein Roman, der tief nach Transsylvanien im 15. Jahrhundert zurückführt. 
Seine Erfahrungen, Ansichten und Einsichten hat Dieter Schlesak in vielen Essay-Bänden veröffentlicht. Ich möchte nur einige Titel nennen, denn sie lassen durchschimmern, worum es dem Autor geht: "Visa. Ost-West.Lekionen" (1970), "Wenn die Dinge aus dem Namen fallen" (1991), "Stehendes Ich in laufender Zeit" (1994), "So nah, so fremd. Heimatlegenden" (1995), "Zeugen an der Grenze unserer Vorstellung" (2005) 
Gedichte hat Dieter Schlesak immer geschrieben, und sie in zahlreichen Bänden veröffentlicht. Seine biographischen wie auch die historischen Bruchlinien verdichten sich in dem Band "Weiße Gegend - Fühlt die Gewalt in diesem Traum" (1981)."Hirnsyntax" hat er einmal seine poetischen Einlassungen genannt. Das schillernde Wort `Los` steht über drei Gedichtbänden: "Grenzen Los", "Namen Los" und seine Liebesgedichte "Herbst Zeit Lose" - geschrieben in drei Substantiven. Dieter Schlesak lauscht auf die `Wortzwischenräume`, den `Zwischensinn`. Es sind Liebes und Todesgedichte, Gedichte der Sehnsucht, Gedichte über Verlust, über Angst, über Schmerz, über Grenzerfahrungen aller Art. Vergangenheit und Gegenwart fließen in einem Mahlstrom ineinander. 

Schreiben bedeutet für Dieter Schlesak Leben, und damit möchte ich den Stab weiterreichen zur Verleihung des Maria-Ensle Preises durch die Kunststiftung Baden-Württemberg. (Lerke von Saalfeld im Literaturhaus Stuttgart Preisrede bei der Entgegennahme des Preises der Kunststiftung Baden-Württemberg 2007 ) 

 

 
LA POETESSA DEL MARE
 

Gli scritti passionali di Vivetta Valacca fra miti omerici e intime verità umane

Testi forti che raccontano emozioni scandite come le onde del Mediterraneoo, protagonista indiscusso nell'intreccio con i personaggi dell'Iliade e dell'Odissea. Con 'Il mare dai mille occhi', 'Lo specchio del mondo' e 'La danza delle onde', l'autrice si riconferma in tutta la sua eleganza e profondità di Deborah Bonetti

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Rapallo, 11 agosto 2009 - Estate, la stagione del mare. La stagione forse ideale per parlare di una poetessa che proprio dal mare trae la principale fonte d’ispirazione, la propria forza vitale e che sta spopolando nelle librerie grazie ad un silenzioso ma efficace passaparola. Si tratta di Vivetta Valacca che, con la sua trilogia poetica dai meravigliosi titoli marini – Il Mare dai Mille Occhi; Lo Specchio del Mondo; La Danza delle Onde - ispirata alle opere di Omero, si conferma un'autrice contemporanea di grandissima eleganza e profondità, capace di ricantare i miti di Omero rendendoli attuali e al contempo espressione eterna delle nostre più intime verità.

I suoi sono testi molto forti, passionali, scritti al confine tra poesia e prosa e scanditi dal ritmo delle emozioni quanto da quello delle onde, che accelerano o rallentano la cadenza, cambiando la musicalità di ogni poema. I suoi apprezzatissimi libri, editi da Campanotto (8 euro cad.), prendono spunto da personaggi e azioni tratte dai “testi universali" di Omero, ovvero l’Iliade e l’Odissea, per approfondire i temi più esistenziali e profondi della vita, come l’amore, il dolore, il senso di colpa, il lutto.

Nel primo libro, Il Mare dai Mille Occhi, giunto alla seconda edizione, è Penelope a narrare ad Omero la vita di Ulisse, dopo il suo ritorno ad Itaca. Angelo Tonelli, poeta, studioso e filosofo, nell’introduzione al volume scrive: 'Il mare – che reitera la sua presenza come vero e proprio ipnotico e psicagogico leit motiv e refrain dell’opera – è bellezza e libertà, ed è memoria-coscienza del mondo, perchè vede tutto, con i suoi 'mille occhi' ". Un mare cangiante che la stessa autrice ammette, nella postfazione, essere un personaggio chiave dell’opera, "alla pari con Ulisse". Il refrain cambia in continuazione, ma il ritmo rimane lo stesso, magnetico e seducente: “E il mare occhi-d’argento danzava calmo,/calmo”.

Lo stesso refrain poi prosegue nel secondo libro, forse il più forte e commovente della trilogia: Lo Specchio del Mondo. In questo, il mare piange lieve e mormora il suo canto, davanti allo strazio di Priamo per la morte del figlio Ettore e al dolore di Achille per la morte dell’amato Patroclo : “E lontano,/ lo specchio del mondo, il mare,/ mormorava il suo canto”. E' davanti al mare che i due uomini si ritrovano e si comprendono nel profondo, dando vita ad alcuni dei versi più emozionanti dell’intera opera.

Nel terzo libro, La Danza delle Onde, la meravigliosa Elena “bella come una dea”  viene recuperata da Menelao e riportata a Sparta. L’intero poema si svolge durante il suo tragitto di ritorno, in barca, mentre Elena riflette e soffre, isolata anche se ammirata, per tutti i morti che la sua fuga d’amore ha causato. Il mare, anche questa volta, è protagonista: “E davanti al mare guardava/la sua vita che scorreva”.

Sono testi godibilissimi, immediati e solo apparentemente semplici, che schiudono il loro più profondo significato lentamente, invitando a diverse riletture. Non è necessario conoscere l’Iliade e l’Odissea alla perfezione per comprendere questa poesia “mitoesistenzialista” (una nuova corrente poetica lanciata proprio dalla Valacca), perchè parla al cuore di tutti noi, attraverso personaggi eterni e familiari che tutti abbiamo nel nostro 'Dna culturale' e che sono l’affascinante strumento scelto dall’autrice per narrare i momenti piu’ profondi della vita.

Nata ad Alessandria, Vivetta Valacca vive e scrive a Rapallo, sua città d’adozione, dove è docente di lettere al liceo classico Da Vigo e dove la si potrebbe definire 'autrice di residenza' all’Excelsior Palace Hotel. E' infatti nei meravigliosi saloni affacciati sul mare di questo storico albergo che la Valacca ha trovato l’ispirazione e l' 'humus' per scrivere la maggior parte dei suoi testi. Ed è lì che andiamo a scovarla per questa intervista in esclusiva, mentre scrive il più recente dei suoi poemi: i dialoghi d’amore con uno dei più apprezzati e prestigiosi autori e poeti tedeschi, Dieter Schlesak. La Valacca ha infatti conosciuto Schlesak al World Poetry Festival di Heidelberg nel 2006, dove ha presentato la poetica del mitoesistenzialismo. Li’ è scoccata la scintilla poetica tra i due, che ha visto nascere una profonda e spitiruale collaborazione, da cui sono scaturiti due splendidi dialoghi d’amore: 'Tempo tempesta e le ferite dell’amore' e 'La luce dell’anima'.

Dottoressa Valacca, perchè la scelta di Omero? Dal momento che la cultura occidentale parte da Omero, per me è immediato fare riferimento a lui. Con Omero si è già scritto tutto: tutti i sentimenti umani, tutti gli archetipi possibili e quindi, quando mi confronto con un problema esistenziale, automaticamente mi vengono in mente le sue opere, che io sento come le mie radici. Senza i suoi testi non sarei quello che sono.

E perche’ il mare? Partiamo dal fatto che per me la poesia è il massimo dell’espressione possibile, ancora prima della prosa. E' parola e ritmo, parola e musica. E il mare racchiude in se tutto questo; è lo spazio infinito, il ritmo sempre diverso ma costante, è l’eternità che non finisce mai. Il cuore che batte eternamente, elemento materno e al contempo paterno che ti accoglie sempre. Ed è sempre il mare che mi ha conquistato e mi ha fatto scegliere Rapallo e una vita più solare.

Il suo personaggio preferito delle opere di Omero? Quelli che ho scelto per la mia trilogia: Ulisse, Achille ed Elena. Non saprei metterli in una scaletta, li ho amati tutti egualmente, prima di Penelope e di Patroclo, di Priamo e di Ecuba.

Progetti futuri? In questo momento sto lavorando su un terzo dialogo con Schlesak, dal titolo Parafrasi D’Amore, dopo i due precedenti (Tempo tempesta e le ferite dell’amore, e La Luce dell’Anima, n.d.r). Anche con lui siamo partiti dal mito, rivedendo quello di Orfeo e Euridice nel primo dialogo e poi il mito di Amore e Psiche in La luce dell’anima. Attraverso le nostre liriche il mito viene rivissuto, non semplicemente riscritto o raccontato. Inoltre, con Schlesak, stiamo mettendo a punto un progetto molto caro ad entrambi: un'associazione culturale per la promozione della letteratura in Italia con due premi annuali, uno per la prosa e uno per la poesia.

di Deborah Bonetti

Dieter Schlesak: VLAD. Die Dracula-Korrektur. Roman. Ludwigsburg: Pop Verlag 2007. 198 S. € 16, 20

Der Titel dieses Romans mag zu Missverständnissen führen. Daher sollte vielleicht eins vorweg gesagt werden: Das Buch versteht sich trotz der umfangreichen Literaturliste im Anhang keinesfalls als wissenschaftlicher Beitrag und nicht einmal als historischer Roman im klassischen Sinn will es gelesen werden. Die vorgenommene „Korrektur“ betrifft eher den Dracula-Mythos, so wie er durch Bram Stokers Roman und dessen zahlreiche Verfilmungen entstanden ist, und macht zugleich auf einen Themenkomplex aufmerksam, der im alltäglichen Leben Gegenstand der Verdrängung ist. Es geht um die Verwebung von Gewalt, Sexualität und Tod, die hier wiederentdeckt und meisterhaft dargestellt wird. Der Ich-Erzähler bringt die Faszination, die dem Vorbild Draculas immer noch anhaftet, auf den Punkt: „Deshalb ist der Untote Vlad Dracul so berühmt geworden, weil er Sex, Liebe, Tod und auch die Macht und die Grausamkeit in sich vereint.“ (S. 155) und im Nachwort charakterisiert der Autor seine Hauptgestalt als „Pendant zu Dr. Freud“ und großen „Entlarver des Trieblebens“ (S. 193). Dieter Schlesaks Roman lässt sich also als Gegenentwurf zu einem Trivialmythos lesen, dessen Erfolg sich hauptsächlich aus dem guten Unterhaltungswert für ein gruselfilmbegeistertes und auf Anstössiges aus der Karpatenregion gieriges Publikum erklärt.

Trotz der gründlichen Dokumentation, auf der das Werk beruht, ist eine Leseweise, die sich auf einen realistischen, sozial-historischen Code beschränkt und die transformierenden Kräfte des Literarischen ignoriert, im Falle dieses Buches völlig ungeeignet. Dieter Schlesak hat sich wiederholt von mimetisch-realistischer Literatur distanziert, folglich entziehen sich auch seine Texte jeder Interpretation, die unter der textuellen Oberfläche eine in sich geschlossene und fixe Bedeutung aufzuspüren meint. Für ein adäquates Verstehen des Romans ist daher eine positivistische Einstellung mit ihrem Ideal der objektiven Wahrheit verfehlt. Viel wichtiger als die genaue Kenntnis der historischen Fakten ist die richtige Einschätzung des kulturellen Wissens, das dem Text zugrunde liegt und mit Hilfe dessen narrative Topographien hergestellt werden. Außer dem zeitgenössischen Ich-Erzähler, der sich bei seiner Erkundung der Vergangenheit der Instrumente seiner eigenen Epoche bedient und dessen Unternehmen im Rahmen der poststrukturalen Theorie und der Quantenlogik analysierbar ist, gibt es im Roman noch zwei erzählte Figuren, die ausführlich mit ihrem jeweiligen Wissenscode zu Wort kommen. Die eine ist die Titelfigur, die ein mehr oder weniger erkennbares Porträt der historischen Gestalt Vlad Ţepeş (der Pfähler) darstellt und deren Perspektive dem Wissenschafts-Paradigma des Spätmittelalters entspricht. Sein Leben wird aus der Sicht einer fiktiven und grenzüberschreitenden Gestalt, des italienischen Franziskanerpaters Bernardo, eingehend beschrieben und gedeutet. Grenzüberschreitend ist diese Figur vor allem deshalb, weil sein Wissen weit über den historischen Rahmen der Handlung hinausgeht. Das erklärt u.a. auch die sonst befremdlichen Anachronismen, die gelegentlich im Zusammenhang mit seiner Person vorkommen. Bernardo sprengt auch den Rahmen dieses Romans, taucht unter einem anderem Namen und in einer anderen Epoche in Schlesaks Roman Der Verweser auf und erweist sich dadurch als intertextuelle Gestalt. Er ist ein Mann der Renaissance, mit der esoterischen Tradition gut vertraut, als Chiliast und Alchemist tätig, jedoch in beiden Romanen ebensosehr ein Alter ego des Autors, ein „Zwischenschaftler“ und Heimatloser, der sich „sein Leben lang mit dem Sterben und mit dem Buch beschäftigt“ (S. 92). Als treuer Privatsekretär Vlads versucht er schreibend der Frage nachzugehen: Wer ist dieser grausame Mann wirklich? und liefert dabei einen großartigen Kommentar zur thematischen Konstellation „Tod-Schrift-Körper“, die als roter Faden den ganzen Roman durchzieht. In der Beziehung zur Schrift kommen sich die zwei sonst so verschiedenen Gestalten nahe: „Und wie sehr bin ich mit diesem armen Wüterich doch verwandt, weil nur das Schreiben mir noch Leben gibt, und der Dracole schrieb ja auch aus dem Kerker in Buda 1464 in seinen langen Briefen an den alten Enea Piccolomini: ´Meine eigentliche Wohnung, kann ich Eurer Heiligkeit sagen, ist die SCHRIFT, es ist die beste Zusammenführung uns hier erlaubt, die mich bewegt, die ich bewege.´ “ (S.110). Der Text enthält also die ganze erreichbare Wahrheit des schreibenden Subjektes. Hinter den Wörtern ist nicht die „wahre Natur“ des beschriebenen Objektes zu entdecken, sondern in ihnen und durch sie wird diese Natur zum Imaginären des Chronisten. Bernardo und der Ich-Erzähler wechseln sich beim Erzählen ab, was auch stilistisch signalisiert wird, und bescheiden sich nicht mit einer „objektiven“ Schilderung der sozialen Misere und der Gräueltaten Vlads, sondern bieten ein um neue Dimensionen erweitertes Bild des rumänischen Fürsten, das zugleich als kulturell geformtes und umformbares Produkt erkennbar ist. Die Rache der Sachsen auf Vlad, der durch ihre Verleumdung in Gefangenschaft gerät, wird vom heimatlosen Bernardo als Hass auf alles Fremde gedeutet und somit in den abendländischen Diskurs eingeschrieben, der alle Fremdheiten zum „Bösen“ macht. Tatsächlich erscheint Vlad Dracul als Inbegriff des Unheimlichen, dessen quasi-religiöse Abirrungen sich in einer extremen Körperfeindlichkeit manifestieren. Für Bernardo ist Vlad ein radikaler Orphiker, der sich nach dem „Ausstieg aus dem Körpergrab“ (S. 149) sehnt und die Preisgabe an die Körperqual als Weg der Erlösung betrachtet.

Das Buch bietet über weite Passagen ein wahres Theater der Grausamkeit und der Sexualität, das auch deshalb befremden mag, weil es dem Publikum meistens schwer fällt, die ästhetische Erfahrung zu vollziehen – und sei es im negativen Sinn einer Erschütterung – solange es die imaginäre Welt des Kunstwerks mit der Realität verwechselt. Der Leser sieht sich mit einer verwirrenden Abfolge von angst- und ekelerregenden Gewaltakten konfrontiert, die sich auf eine Bewusstseinserweiterung hinbewegt, indem sie den empfindlichsten, erschreckendsten Bezirk des Unbewussten anspricht und tiefsitzende Ängste wachruft, die dem modernen Individuum nur als neurotische Störungen und obsessionelle Phantasien widerfahren.

 

Dieter Schlesak

 

VLAD, IL PRINCIPE DELLA MORTE. CORREZIONE DI DRACULA

e

LA MORTE E IL DIAVOLO. Materiali per VLAD, IL PRINCIPE DELLA MORTE

 

Dieter Schlesak, tedesco nato in Transsilvania e residente in Italia, autore di romanzi (Capesius, il farmacista di Auschwitz – un libro che per la sua autenticità e l’intimo approccio all’orrore dell’ olocausto gode d’un successo mondiale), saggi e poesie si dedica nel suo nuovo libro ad un altro compaesano della sua natia Schäßburg-Sighisoara: Vlad Draculea.

L’immagine dell’impalatore Vlad Draculea, modello di innumerevoli film e anche del famoso romanzo di Bram Stoker, viene “corretto” da un punto di vista storico e psicologico. L’autore prova che “Dracula” è una metafora complessa, il vampirismo rappresenta il lato oscuro, nascosto del carattere umano ed esprime quello che noi tutti non osiamo riconoscere, i desideri segreti, la paura della morte, le speranze della redenzione, anche la sete di vendetta e il desiderio di vivere la cupidigia. Il settimanale DIE ZEIT vedeva in Dracula un parallelo del Dottor Freud nello smascheramento della vita istintiva.

L’autore dimostra magistralmente l’intreccio di violenza, sessualità e morte che nella vita quotidiana viene generalmente rimosso. Il protagonista del libro riassume: “Il non morto Vlad Dracul è diventato così famoso perché riunisce in se sesso, amore, morte, ma anche potere e crudeltà.”

Il romanzo di Dieter Schlesak è dunque l’antitesi del solito mito sanguinario. In un’analisi profonda corregge molte falsificazioni e semplificazioni legate al mito di Dracula.

Il secondo volume, LA MORTE E IL DIAVOLO, contiene un ricco repertorio di materiale, i risultati di nuove ricerche e tratta la questione della possibilità di una sopravivenza dopo la morte.

 

Chi vuole informarsi su “Dracula” e sul profondo senso psicologico della sua figura, ma anche sulla vera storia del personaggio, legga questi due libri di uno dei migliori specialisti del tema,che ha studiato tutte le fonti, anche quelle finora sconosciute della sua natia Transilvania.

VLAD, DER TODESFÜRST. DIE DRACULA-KORREKTUR

DER TOD UND DER TEUFEL. MATERIALIEN ZU VLAD, DER TODESFÜRST. DIE DRACULA-KORREKTUR

Vlad der Pfähler, Vorbild unzähliger Dracula-Filme, Vorbild auch für Bram Stokers „Dracu-la“-Roman, und Dr. Dieter Schlesak, der transsylvanische Lyriker, Wissenschaftsautor und Romancier, der seine neuesten Bücher dem berühmtesten Transylvanier und Landsmann wid-met, haben Schässburg, die uralte transsylvanische Stadt als Geburtsstadt gemeinsam. „Vlad, die Dracula-Korrektur“ und das noch druckfrische Materialienbuch zu Vlad Draculea „Tod und Teufel“ bringen viele neue Informationen und Korrekturen zum so oft verkitschten und verballhornten Vampir- und Todesthema. Dieter Schlesak zeigt, dass „Dracula“ eine Gesamtmetapher ist, Vampirismus für die dunkle, abseitige, versteckte Seite des mensch-lichen Charakters steht. Sie ist so komplex, weil sie ganz allgemein das ausdrückt, was wir uns alle nicht einzugestehen wagen, alle Heimlichkeiten und geheimen Wünsche von Todes-ängsten bis zu Erlösungshoffnungen oder auch zu Rachegedanken, dazu Sehnsucht nach un-gehemmtem Ausleben aller Begierden. Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT sah Dracula als Pendant des Dr. Freud: als großen Entlarver des Trieblebens.

Der Roman und das Beibuch „Tod und Teufel“ korrigieren viele Verballhornungen und Fäl-schungen, stellen sie richtig, und analysieren sie äußerst kritisch, auch im Hinblick auf die neuere Literatur. Zusätzlich diskutiert das Beibuch auch die brisante Frage samt neuen For-schungsergebnissen, die Figur des mysteriösen „Untoten“ und ob es ein Überleben des To-des
geben kann!

Wer über „Dracula“, wer über seinen tieferen psychologischen, aber auch historischen Sinn Bescheid wissen möchte, liest diese beiden neuen Bücher; sie sind im Pop Verlag Ludwigs-burg erschienen. (This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
.">This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.. Tel.                07141-920317         Bestellbar auch in jeder Buch-handlung) Und bei www.amazon.de

La luce dell'anima

LA LUCE DELL’ANIMA Autore: Dieter Schlesak - Vivetta Valacca   Come nell'alchimia tradizionale l'amore animico trasmuta la saliva in acqua della vita e fa scaturire "corpi di gloria" degli amanti: "Perché chi è innamorato...

La luce dell'anima

Il farmacista di Auschwitz

IL FARMACISTA DI AUSCHWITZ  

Il farmacista di Auschwitz