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Dieter Schlesak: Vlad, der Todesfüst. Die Dracula-Korrektur. Roman. Pop Verlag, Ludwigsburg 2007. 204 Seiten, 16,20€

Dieter Schlesak: Der Tod und der Teufel. Materialien zu Vlad, der Todesfürst. Die Dracula-Korrektur. Pop Verlag, Ludwigsburg 2009, 229 Seiten, 16,00€.

 

Der in Siebenbürgen (Transsylvanien) geborene Autor, lebt in Italien; der deutsche Romancier, Lyriker und Essayist weiß über seine Hauptfigur Vlad aus bisher unbekannten rumänischen Dokumenten sehr viel und empfindet auch viel für seine seit Kindheitstagen vertraute Figur, die ihn wie ein unbewusster Schatten verfolgt.

Diese beiden Bücher gehören der Literatur und nicht der Geschichtsforschung an; sie haben nicht den Ehrgeiz, die Gesamtheit des Quellenmaterials und der Archive zum Thema Dracula und Vlad zu verarbeiten oder zu sichten, dazu gibt es gut dokumentierte Untersuchungen. Die beiden Bücher möchten durch literarische Wirkung, wozu auch viel Sprachphantasie und Fiktion gehört, eine spannende Geschichte über eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten des Spätmittelalters erzählen, die bisher kontrovers und auch tendenziös gedeutet wurde, so Schlesak in einem Gespräch mit dem Rezensenten.

Der historische Vlad war ein Kriegsherr im Kampf gegen die Türkenvorherrschaft auf dem Balkan und wurde wahrscheinlich 1431 im siebenbürgischen Schäßburg geboren, dem Geburtsort von Dieter Schlesak. Darum beschloss Schlesak, den viele Erinnerungen und Erfahrungen an das Kulturland Siebenbürgen (Transsylvanien) binden, ein Buch über den „Landsmann“ Dracula, den Pfähler, zu schreiben, weil er die archaisierende Maskerade und die Verfälschungen, die durch Stokers Dracula-Roman und die vielen Filme, sowie durch den Sensationskult, der mit dem transsylvanischen „Dracula“ getrieben wird, nicht ertragen kann. Daher der Titel „Die Dracula Korrektur“, weil Schlesak versucht hat, diesem „Todes-Fürsten“ das Menschengesicht wieder zurückzugeben, das ihm die Pamphlete seiner sächsischen Vorfahren und der Dracula-Roman von Bram Stoker aus dem Jahr 1897 genommen hat.

So entstand viel Spielraum für den Autor, daraus ein literarisches Porträt zu schaffen, das nur im Sich-Einfühlen in die porträtierte Gestalt mit allen Assoziationen und Schreibeinfällen zu einem sprachlichen Kunstwerk wurde. „Vlad, die Dracula-Korrektur“ und das noch druckfrische Materialienbuch zu Vlad Draculas „Der Tod und der Teufel“ bringen viele neue Informationen und Korrekturen zum so oft verkitschten und verballhornten Vampir- und Todesthema. Der Autor zeigt, dass „Dracula“ eine Gesamtmetapher ist, Vampirismus für die dunkle, abseitige, versteckte Seite des menschlichen Charakters steht. Sie ist so komplex, weil sie ganz allgemein das ausdrückt, was wir uns alle nicht einzugestehen wagen, alle Heimlichkeiten und geheimen Wünsche von Todesängsten bis zu Erlösungshoffnungen oder auch zu Rachegedanken, dazu Sehnsucht nach ungehemmtem Ausleben aller Begierden. Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT sah Dracula als Pendant des Dr. Freud: einen großen Entlarver des Trieblebens.

Die vorgenommene „Korrektur“ betrifft den Dracula-Mythos, so wie er durch Bram Stokers Roman und dessen zahlreiche Verfilmungen entstanden ist, und macht zugleich auf einen Themenkomplex aufmerksam, der im alltäglichen Leben Gegenstand der Verdrängung ist. Es geht um die Verwebung von Gewalt, Sexualität und Tod, die hier wiederentdeckt und meisterhaft dargestellt wird. Der Ich-Erzähler bringt die Faszination, die dem Vorbild Draculas immer noch anhaftet, auf den Punkt: „Deshalb ist der Untote Vlad Dracul so berühmt geworden, weil er Sex, Liebe, Tod und auch die Macht und die Grausamkeit in sich vereint.“ Dieter Schlesaks Roman lässt sich also als Gegenentwurf zu einem Trivialmythos lesen

Der Roman und die Materialiensammlung „Tod und Teufel“ korrigieren viele Verballhornungen und Fälschungen, stellen sie richtig, und analysieren sie äußerst kritisch, auch im Hinblick auf die neuere Literatur. Zusätzlich diskutiert „Tod und Teufel“ auch die brisante Frage samt neuen Forschungsergebnissen, die unheimliche Figur des Vampirs und „Untoten“, und auch, ob es ein Überleben des Todes geben kann!

Wer über „Dracula“, wer über seinen tieferen psychologischen, aber auch historischen Sinn Bescheid wissen möchte, liest diese beiden neuen Bücher, die von einem der besten Dracula-Kenner geschrieben wurden, der alle Quellen zum Thema, auch die bisher unbekannten aus Rumänien genau kennt.

Johann Böhm

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