Get Adobe Flash player

SECURITATE

Meine Akten. Meine Spitzel


 

Die Securitate (offiziell Departamentul Securităţii Statului, dt. Abteilung für Staatssicherheit), ab 1948 der  brutale und gefürchtete rumänische Geheimdienst der kommunistischen Partei und ihres Staates. Bei seiner Auflösung im Jahr 1990 gab es etwa 40.000 offizielle und 400.000 inoffizielle Mitarbeiter. 2 Millionen unmittelbar Betroffene und etwa 200000 Todesopfer. Über die „Securitate“ gibt es bisher nur in rumänischer Sprache zusammenfassende wissenschaftliche Quellen und Bücher. Auch sehr viele Augenzeugenberichte und Memoiren. Durch die Einrichtung einer Behörde CNSAS, die die Securitate-Geheimakten zugänglich macht, wurde ein Sumpf von IMs und Spitzeln, ein ganzes fürchterliches Netz von Verratshöllen, Tendenz steigend, ausgemacht.

Dieter Schlesak, Lyriker, Essayist und Romancier, geboren in Siebenbürgen/ Rumänien, dessen Dokumentarroman über den Auschwitzapotheker Capesius weltweit bekannt geworden ist (Übersetzungen in viele Sprachen, große Verlage in: Amsterdam, New York, Barcelona, Krakau, Bukarest, Sao Paolo, Brasilien, Jerusalem, Mailand, dritte Auflage u.a.), arbeitet nun an einem Buch über die kommunistischen Lager und Verbrechen: am Beispiel der Securitate. Die roten Verbrechen wiegen noch schwerer als die der Nazis, da sie gegen das eigene Volk gerichtet sind, viele Völker dezimiert und traumatisiert wurden, die Opfer geschätzte 80 Millionen betragen.

Schlesak ist Augenzeuge, er hat die Verfolgung am eigenen Leib erlebt; er hat dies erlebt in der Ceauşescu-Zeit und in der stalinistischen Schreckenszeit mit ihren vielen Opfern.

 

ZU DIETER SCHLESAK

„Dieter Schlesak ist ein ungeheuer vielseitiger Poet und Schriftsteller, ein poeta doctus. Er schreibt, wie von Furien getrieben, das Leben, den Tod, die Liebe, die Welt im Großen und im Kleinen zu erfassen. Er ist neugierig, skeptisch, voller Zweifel und voller Enthusiasmus - dabei immer auf Entdeckungsreisen. Der einzig feste Halt sind die Wörter, ist die Sprache, die er mit virtuoser Kunstfertigkeit und mit höchster Sorgfalt, geradezu liebevoll oder libidinös in Szene setzt, sei es in der Prosa, sei es im Gedicht. Und mit einem Gedicht möchte ich auch die Vorstellung seiner Person beginnen, denn daraus erfahren Sie etwas von der verschlungenen Befindlichkeit dieses heute zu ehrenden Schriftstellers. 
Schlesaks erstes großes Oeuvre ist der Roman "Vaterlandstage und die Kunst des Verschwindens", erschienen 1986, 15 Jahre hat er daran geschrieben. Einen Gedankenroman hat ihn jemand genannt - es sind die verarbeiteten Erfahrungen des 20.Jahrhunderts mit allen ihren Verwerfungen und Abgründen. Eine Art Vermächtnis der Erinnerung über allgemeine und persönliche Geschichtserfahrung, über Vertreibung, Außenseitertum, Schuld und Verantwortung - über Menschen, die zum leeren Ort verurteilt wurden. Auch die Rückkehr ins vermeintlich Vertraute endet in der Enttäuschung. In "Vaterlandstagen" gesteht der Ich-Erzähler: "Es kam mir alles sehr weit entfernt vor, obwohl es heißt, ich sei hier zu Hause ...gewesen...ja, gewesen....eine Art Krankheit, ein Gewesener zu sein, und schien doch das Bild mit Leben zu füllen, Angehöriger einer sehr schwerblütigen Menschenart. Und hatte nie gefallen gehabt an der Gegenwart. Zukunft als Angst erlebt, wie alle meine Leute, die Vergangenheit als riesiger Raum verbrauchter Erfahrung zog mich an, als wäre ich beauftragt, diesen Berg des Verlorenen, der wächst jeden Tag, abzutragen, schwitzend, - in Zeitnot." 
Ein Roman, so glaube ich, der zu früh erschienen ist und deshalb nicht die Anerkennung erhalten hat, die ihm gebührt, vielleicht nur fünf Jahre später, und er hätte höchste Aufmerksamkeit hervorgerufen, als nämlich die Sensibilität für die Ost/West-Schieflagen durch den Fall der Mauer, durch die Aufhebung der Teilung Europas, geschärft war. 
Der zweite Roman "Der Verweser" erschien im Jahr 2002, ist angelegt als Fiktion in der Fiktion. Aus der Ich-Perspektiv eines in der Toscana lebenden Schriftstellers wird eine Liebes- und Mord-Geschichte in Lucca im 16.Jahrhundert erzählt. Zurück ins Jahr 1969 führt der Liebesroman "Romans Netz", erschienen 2004. 
2006 erschien sein bewegender Dokumentarroman "Capesius, der Auschwitzapotheker" - Schlesak hat Jahre daran gearbeitet und recherchiert - der Roman wurde hier im Literaturhaus Stuttgart im Januar vorgestellt. Aufgearbeitet wird darin die Geschichte eines Apothekers, der aus Schäßburg, der Heimatstadt von Dieter Schlesak stammt, und sein Unwesen in Auschwitz trieb - es ist die Verbrecherkarriere eines ganz normalen Spießers - noch viel mehr aber ist es die Leidensgeschichte von Menschen, die ihm ausgeliefert waren. Es geht aber auch um die Vorgeschichte in Rumänien und die unrühmliche Nachgeschichte dieser Person in der wieder erstandenen Bundesrepublik Deutschland. Jetzt im Herbst erschien sein jüngster Roman "VLAD, die Dracula-Korrektur", - ein Roman, der tief nach Transsylvanien im 15. Jahrhundert zurückführt. 
Seine Erfahrungen, Ansichten und Einsichten hat Dieter Schlesak in vielen Essay-Bänden veröffentlicht. Ich möchte nur einige Titel nennen, denn sie lassen durchschimmern, worum es dem Autor geht: "Visa. Ost-West.Lekionen" (1970), "Wenn die Dinge aus dem Namen fallen" (1991), "Stehendes Ich in laufender Zeit" (1994), "So nah, so fremd. Heimatlegenden" (1995), "Zeugen an der Grenze unserer Vorstellung" (2005) 
Gedichte hat Dieter Schlesak immer geschrieben, und sie in zahlreichen Bänden veröffentlicht. Seine biographischen wie auch die historischen Bruchlinien verdichten sich in dem Band "Weiße Gegend - Fühlt die Gewalt in diesem Traum" (1981)."Hirnsyntax" hat er einmal seine poetischen Einlassungen genannt. Das schillernde Wort `Los` steht über drei Gedichtbänden: "Grenzen Los", "Namen Los" und seine Liebesgedichte "Herbst Zeit Lose" - geschrieben in drei Substantiven. Dieter Schlesak lauscht auf die `Wortzwischenräume`, den `Zwischensinn`. Es sind Liebes und Todesgedichte, Gedichte der Sehnsucht, Gedichte über Verlust, über Angst, über Schmerz, über Grenzerfahrungen aller Art. Vergangenheit und Gegenwart fließen in einem Mahlstrom ineinander. 

Schreiben bedeutet für Dieter Schlesak Leben, und damit möchte ich den Stab weiterreichen zur Verleihung des Maria-Ensle Preises durch die Kunststiftung Baden-Württemberg. (Lerke von Saalfeld im Literaturhaus Stuttgart Preisrede bei der Entgegennahme des Preises der Kunststiftung Baden-Württemberg 2007 ) 

 

L’uomo senza radici

L’UOMO SENZA RADICI

L’uomo senza radici

La luce dell'anima

LA LUCE DELL’ANIMA Autore: Dieter Schlesak - Vivetta Valacca   Come nell'alchimia tradizionale l'amore animico trasmuta la saliva in acqua della vita e fa scaturire "corpi di gloria" degli amanti: "Perché chi è innamorato...

La luce dell'anima